Das weiße Gold aus dem Westerwald

Tradition, Freude und Fantasie gehen neue Wege

Im vorderen Westerwald, zwischen großen Waldflächen und malerischen Gebirgshügeln, findet man sie, die kleinen aber international berühmten Orte des Tongewerbes, im sogenannten Kannenbäckerland. Es ist ein kleiner Landstrich, nur wenige Kilometer rund um den Ort Grenzhausen. Hier liegen die größten und hochwertigsten Tonlagerstätten Europas, über 25 Millionen Jahre alt. Schon 4.000 - 3.500 v. Chr. wurden hier Keramiken aus den feinkörnigen, stark formbaren Tonerden produziert. Es gelang, den Ton durch das Brennen dauerhaft haltbar zu machen – noch heute eine der bedeutendsten handwerklichen Errungenschaften. Die Brennöfen mit Temperaturen über 1.200 Grad benötigen große Mengen an Feuerungsmaterial. Dies ist in den großen Buchenbeständen des Westerwaldes dank einer nachhaltigen Forstwirtschaft nach wie vor ebenso reichlich vorhanden.

Dieser Naturschatz bildet über Jahrhunderte das Fundament für die Entwicklung einer hohen Kunstfertigkeit im Kannenbäckerland. Einer der ältesten Betriebe gehört der Familie Letschert in Ransbach-Baumbach, er ist seit 1600 ununterbrochen in fester Familienhand. Mit viel Inspiration hat die Töpferei im Wandel der Zeiten immer wieder neue Keramiken und Objekte mit hochbeständigen Salzglasuren hervorgebracht. Heute ist diese kunsthandwerkliche Geschichte in Deutschland einzigartig. Und wieder beschreiten Tradition, Kunst und fantasiereiches Modellieren neue Wege. Denn Susanne Boerner und ihr Team arbeiten in ihrem Atelier in der Töpferei und geben der kunsthandwerklichen Historie neues Leben.

Ton_Dreherei_Drehbank 

Längst gelangen nicht nur hochwertige Steinzeuge aus Ransbach-Baumbach in die ganze Welt, sondern vor allem die Freudenfiguren der Künstlerin Susanne Boerner: gefertigt mit den originalen Tonerden der Region aus den Händen der Künstlerin, bereit zum Aufbruch und zur Reise aus dem kleinen Westerwälder Städtchen in neue Lebensräume. So passt es wieder nur zu gut, dass direkt in Ransbach-Baumbach die alte Salzhandelsstraße vorbeiführt, über die bereits 1450 das Salz für die Salzglasuren geliefert wurde.

Im benachbarten Höhr-Grenzhausen, keine sechs Kilometer entfernt, befindet sich ein weiterer Stützpunkt für die besonderen Ausdrucksformen des weißen Goldes: das Keramikmuseum Westerwald. Dort wie im Atelier von Susanne Boerner lässt sich eindrucksvoll beobachten, wie sich das traditionelle Handwerk aus dem Kannenbäckerland zur Freien Kunst mit einer fantasiereichen Formensprache gewandelt hat. Moduleure, Handmaler, Töpfer- und Keramikmeister lassen eigene Charaktere entstehen – beseelt von dem Gedanken, dass schön ist, was mit Liebe erschaffen wird.

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